„Sound of Musicals“ präsentiert im Bischofsheimer Bürgerhaus einen Querschnitt durch fünf Stücke

Veröffentlicht: 
02.06.2015 Main-Spitze

Von Bernd Diefenbach

 

BISCHOFSHEIM - Es sind sechs außergewöhnliche Abende für Musical-Liebhaber. „Sound of Musicals“ lässt keine Wünsche offen. Bereits bei der Premiere am Samstagabend im Bürgerhaus waren rund 550 Gäste fasziniert vom hohen Niveau. Die Quantität war ebenfalls beachtlich, denn es gab Auszüge aus fünf Musicals zu sehen.

Insgesamt 31 Sängerinnen und Sänger setzten die Musicals hervorragend um. Die Besucher erlebten im ersten Teil den Absolutismus in Frankreich unter „Marie Antoinette“, dann in „Grease“ die Aufbruchstimmung um das Jahr 1960 mit Miniröcken und Lederjacken sowie danach den Schrecken durch den blutrünstigen Grafen Dracula. Im zweiten Teil waren die Abenteuer des Löwen Simba spannend, bevor die Fans von Freddy Mercury bei der modernen Fassung von „We will rock you“ auf ihre Kosten kamen. Auch das Bühnenbild war klasse, so fühlten sich die Besucher beim „König der Löwen“ wie im Dschungel.

Lichteffekte und Nebel

Schon das erste Musical war ein Höhepunkt, Lichteffekte und Nebel waren beeindruckend. Als Marie Antoinette überzeugte Simone Wolf. Beim Gesang „Wenn ich nicht wär“ wurde sie von 20 Musikern unterstützt: Für diesen klasse Auftritt gab es Riesenapplaus. Auch Ilka Rosenthal als Margrit Arnaud und Klaus Heck als Graf von Fersen waren optimale Besetzungen. Der Graf drückte die Spannung zwischen Gefühl und Verstand aus. Sein Herz sage ihm, dass er zur Königin gehöre, sein Verstand jedoch warnte davor, dass dies unrealistisch sei. Einen Kontrast zur Welt des Adels bot das Muscical „Grease“. Die Künstler „tauchten“ plötzlich in eine andere Ära ein. Auch für die Kleidung gab es Beifall, die Frauen trugen Miniröcke und die Männer Lederjacken. Das Ensemble setzte die Romanze zwischen Danny und Sandy sehr gut um, in diesen Rollen überzeugten Sebastian Unger und Carla Tiberi. Und auch die Tänzerinnen waren klasse. Danach wurde es gruselig. Graf „Dracula“ erschreckte manchen Zuschauer. In der Hauptrolle gefiel Petr Kühn, als Mina begeisterte Andrea Boffo, den Jonathan gab Kristian Siedler und als Lucy trat Simone Wolf auf. Den Gästen stockte der Atem, als Dracula Mina küsste. Minas emotionaler Gesang war ein gelungenes Finale.

Im zweiten Teil verwandelte sich die Bühne in einen afrikanischen Dschungel. Dort trieben Löwen, Giraffen, Zebras und Hyänen ihr Unwesen. Das Musical „König der Löwen“ bewegte die Zuhörer. Es gab dramatische Szenen, denn Junglöwe Simba wurde in einen Umsturz verwickelt: „Ich werde König und ihr werdet nie mehr Hunger leiden.“ Weil Simba der Revolte bezichtigt wird, folgt zur Strafe die Verbannung. Sehr gut war das Lied „Hakuna Matata“ und der Ohrwurm „Der Löwe schläft heut’ nacht“. Trotz aller Wirren gab es ein Happyend. Simba, sehr gut dargestellt von Kristian Siedler, kehrte zurück auf den Thron.

Zum Schluss stieg die Stimmung bei „We will rock you“ auf den Siedepunkt. Das moderne Musical war eine gute Persiflage auf das Internet. Tobias Rockenfelder begeisterte mit dem Hit „I want it all“. Super war auch Petr Kühn bei der „Bohemian Rhapsody“. Nach dem Finale dankten die Fans mit stehendem Beifall.

Danach spendeten etliche Gäste Geld an die Stiftung für krebskranke Kinder in Mainz.